Sommerer & Mignonneau

An der Schnittstelle zwischen Realität und Virtualität, Naturwissenschaft, Technologie und Kunst thematisieren Christa Sommerer und Laurent Mignonneau die Möglichkeit künstlichen Lebens. Im Mittelpunkt ihres künstlerischen Interesses stehen bereits seit Anbeginn ihrer Zusammenarbeit Anfang der 1990er-Jahre schöpferische Wachstumsprozesse. Ihre Werke simulieren künstliches Leben. Virtuelle Kreaturen, Insektenwesen und Pflanzendickichte entstehen, bewegen und verwandeln sich durch das unmittelbare Eingreifen des Betrachters in den Gestaltungsprozess der dreidimensionalen Raumprojektionen.

2016 wurden sie auf der Madrider Kunstmesse ARCO mit dem BEEP Award für die nun hier präsentierte Arbeit "Portrait on the Fly" ausgezeichnet. Inspiriert von den manieristischen Bildniskompositionen Giuseppe Arcimboldos (1526-1593) hat das Künstlerduo eine Software entwickelt, die aus virtuellen Fliegenschwärmen menschliche Portraits modelliert. Der Monitor dient dem konzentrierten Betrachter als Spiegel, in dem die individuellen Gesichtszüge durch die Formierung der computergenerierten Fliegen erkennbar werden. Bewegt sich der Betrachter, schwärmen die Fliegen irritiert wieder aus. Das menschliche Porträt wird zum flüchtigen Abbild seiner selbst. Und die Fliege, sie steht in der Tradition der barocken Stilllebenmalerei als Sinnbild des Memento Mori, der Vergänglichkeit alles Irdischen.