Marc Peschkes Fotografien setzen sich mit Abstraktion, Transformation und Verschlüsselung von Vorgefundenem auseinander. Durch ihren Illusionismus lassen die kubischen Foto-Objekte den Betrachter staunen. Doch es geht dem Künstler nicht darum, die perfekte Illusion eines neuen Raumes zu schaffen: «Ich mag es, das Auge des Betrachters zu überraschen. Mir geht es immer darum, neue, neuartige Bilder zu kreieren. Das Finden einer ungesehenen Bildsprache ist für mich ein wirklich entscheidendes Qualitätsmerkmal von Kunst.»

Seine Motive findet der Künstler meistens auf Reisen. Sie zeigen einen persönlichen Blick auf Dinge, die ihn interessieren oder ihm ins Auge stechen. Dabei ist ihm der Bezug zur Realität sehr wichtig: «Zu sagen: Das habe ich an diesem Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt gesehen. Also ein bisschen schon „entscheidender Moment“. Doch gleichzeitig geht es mir in jedem Fall immer um Auflösung von Vorstellungen über Fotografie.» Peschke gibt der fotografischen Flachware einen skulpturalen Körper, indem er die hochglänzenden Diasecs fräsen lässt und ihnen durch vorgetäuschte Dreidimensionalität Objektcharakter verleiht. 

In seiner 2012 begonnenen Serie «The Cubes – Liquidacion Total“ sehen wir Fotografien von Plakaten, Schaufenstern, Ladenräumen, Türgriffen oder Holzplatten – Objekte, die für Peschke Symbole verblassender Schönheit und Vergänglichkeit sind. Dieser nostalgische Blick auf unsere Umwelt fängt alltägliche Dinge ein, die im Begriff sind zu verschwinden, es aber eigentlich wert wären, bewahrt zu werden. Mit seinen Fotografien konserviert Marc Peschke die sich verändernde urbane Welt. Oft scheinen die Motive dabei aus der Zeit gefallen zu sein und stehen im Kontrast zu dem, was wir in unserer schnelllebigen Welt sonst für abbildungswürdig erachten.

«Mein Ziel ist es, eine außergewöhnliche, ungesehene Bildsprache zu schaffen – anhand von Themen, die mich berühren. Und ich möchte, dass der Betrachter vielleicht auch so einen Schritt macht: Genauer hinzusehen, wie die Welt heute ist – auch auf das, was wir jeden Tag verlieren.»

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Granada, 2018

84.4 x 118.9 cm
C-Print auf Aluminium unter Acrylglas


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Ocupado, 2016

42 x 59.4 cm
C-Print auf Aluminium unter Acrylglas